Hinter den Kulissen arbeiten über Monate Menschen daran, dass am Ende alles funktioniert: Bahnen werden vorbereitet, Startzeiten geplant, Helferinnen und Helfer eingeteilt, Gastronomie organisiert, Infrastruktur bereitgestellt und unzählige weitere Details geregelt. Das OK und die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer investieren dafür viel Zeit und Herzblut.
Umso mehr beschäftigt mich eine Entwicklung, die wir an dieser Schweizermeisterschaft feststellen mussten.
Rund 750 Keglerinnen und Kegler haben sich für die Schweizermeisterschaft angemeldet. Tatsächlich werden voraussichtlich rund 670 ihre Startmöglichkeit wahrgenommen haben. Eine Differenz von etwa 80 Personen.
Natürlich gibt es immer Gründe, weshalb jemand kurzfristig nicht teilnehmen kann. Krankheit oder Verletzung können niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Aber die Grössenordnung dieser Differenz lässt zumindest die Frage zu, ob eine Anmeldung heute noch für alle die gleiche Verbindlichkeit besitzt wie früher.
Denn eine Anmeldung ist nicht nur ein Eintrag in einer Liste.
Wenn jemand einen Startplatz reserviert, wird dieser Startplatz für ihn oder sie freigehalten. Das OK plant damit, Helferinnen und Helfer werden dafür eingesetzt, Startzeiten werden organisiert und die gesamte Veranstaltung wird auf der Grundlage der gemeldeten Teilnehmerzahl vorbereitet.
Wenn solche Startplätze dann ohne zwingenden Grund nicht wahrgenommen werden, entsteht ein Ungleichgewicht: Auf der einen Seite stehen Menschen, die sich mit grossem Einsatz dafür einsetzen, dass die Schweizermeisterschaft durchgeführt werden kann. Auf der anderen Seite stehen angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihre Zusage offenbar nicht mehr in jedem Fall als verbindlich betrachten.
Das macht mich nachdenklich.
Gerade an dieser Schweizermeisterschaft hat sich gezeigt, wie viel Engagement in einem solchen Anlass steckt. Das OK hat sich enorm angestrengt. Viele Helferinnen und Helfer leisten ihren Beitrag, oft im Hintergrund und ohne grosse Aufmerksamkeit. Ihnen gebührt unser Dank.
Dieser Dank sollte aber nicht nur mit Worten ausgesprochen werden.
Eine Form, diesen Einsatz zu würdigen, ist auch, eine eigene Anmeldung ernst zu nehmen.
Ich möchte deshalb nicht einfach mit dem Finger auf die rund 80 Personen zeigen, die nicht erschienen sind. Vielmehr möchte ich uns als Keglerschaft eine Frage mitgeben:
Wie verbindlich soll eine Anmeldung zu einer Schweizermeisterschaft in Zukunft sein?
Wenn wir wollen, dass solche Anlässe auch künftig mit dem gleichen Engagement und der gleichen Qualität durchgeführt werden können, braucht es nicht nur ein engagiertes OK. Es braucht auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihren Teil der Verantwortung übernehmen.
Eine Schweizermeisterschaft lebt letztlich von den Menschen, die daran teilnehmen.
Und vielleicht sollten wir uns deshalb bei der nächsten Anmeldung wieder bewusst machen:
Wenn ich mich anmelde, dann will ich auch antreten.